KI-Agenten & Context Management8 Min. Lesezeit
Multiagentensysteme: Wie PULSE die gemeinsame Kontextbasis schafft
Jeder Agent braucht andere Informationen. Ein Servicebeispiel zeigt, wie PULSE die gemeinsame Grundlage liefert und was bei Übergaben und Regeländerungen zählt.
Ein gemeinsamer Kontext.
Drei unterschiedliche Aufgaben.
Gemeinsam in PULSE gepflegt. Für jede Agentenaufgabe passend ausgewählt.
Aufgabenbezogener Abruf über die eingerichtete Anbindung
Technische Vorbereitung
Angaben prüfen
Übergabevorbereitung
Bearbeitung vorbereiten
Kundenkommunikation
Antwort entwerfen
In diesem Beitrag
Mehrere KI-Agenten können unterschiedliche Teile einer Aufgabe übernehmen. Damit ihre Ergebnisse zusammenpassen, brauchen sie einen gemeinsamen fachlichen Bezug: die geltenden Regeln, den Prozess und die Verantwortung im Unternehmen. PULSE kann diese Grundlage als zentral gepflegten Unternehmenskontext bereitstellen. Jeder Agent benötigt daraus einen passenden Ausschnitt.
Ein Anlagenservice erhält eine Störungsmeldung. Ein Agent soll die technischen Angaben prüfen, ein zweiter die weitere Bearbeitung vorbereiten und ein dritter eine Antwort an den Kunden formulieren. Die Arbeitsteilung klingt plausibel. Doch was passiert, wenn der erste Agent eine andere Übergaberegel kennt als der zweite? Oder wenn aus einer offenen Frage auf dem Weg zum dritten Agenten plötzlich eine bestätigte Tatsache wird?
An diesem fiktiven Beispiel entwickeln wir ein Anwendungskonzept für mehrere externe Agenten mit PULSE als gemeinsamer Kontextbasis. Es baut auf der beschriebenen Verbindung von Wissen, Prozessen, Rollen und Systemen auf. Die Agentenumgebung und ihr konkreter Zugriff auf PULSE gehören zur jeweiligen Umsetzung.
Was mehrere Agenten zur Zusammenarbeit beitragen
In einem Multiagentensystem arbeiten mehrere KI-Agenten an einem gemeinsamen Auftrag. Ein koordinierender Agent kann Teilaufgaben verteilen und Ergebnisse zusammenführen; auch ein festgelegter Ablauf kann die Zusammenarbeit steuern. Die Beteiligten können unterschiedliche Werkzeuge, Anweisungen und eigene Arbeitskontexte haben. Die Aufteilung lohnt sich besonders dann, wenn Teilaufgaben jeweils umfangreiches Fachwissen erfordern oder unabhängig bearbeitet werden können. Die LangChain-Dokumentation beschreibt die Auswahl dessen, was jeder Agent sieht, deshalb als zentrale Architekturentscheidung.
Quelle [1]Im Anlagenservice könnte die technische Vorbereitung viele gerätespezifische Unterlagen benötigen. Die Vorbereitung der weiteren Bearbeitung beschäftigt sich dagegen mit Servicegebieten, Teamzuständigkeiten und Übergabeanforderungen. Beide Prüfungen können beginnen, sobald die nötigen Fallangaben vorliegen. Die Kundenantwort entsteht anschließend aus ihren Ergebnissen.
Die Aufteilung verursacht allerdings zusätzliche Übergaben und Modellaufrufe. Anthropic beschreibt sowohl den Nutzen paralleler Teilaufgaben als auch die Kosten und Koordinationsprobleme seines eigenen Mehragentensystems. Für eine einfache Serviceanfrage kann ein einzelner Agent mit passenden Werkzeugen völlig ausreichen. Unser Beispiel macht die Anforderungen an Zusammenarbeit sichtbar; ob mehrere Agenten wirtschaftlich sinnvoll sind, muss sich am tatsächlichen Umfang der Arbeit zeigen.
Quelle [2]Jeder Agent braucht einen anderen Ausschnitt
Die Kundenmeldung lautet: „Unsere Anlage AX-20 zeigt die Meldung E17. Bitte bereiten Sie einen Serviceeinsatz vor.“ Modellbezeichnung und Meldung sind erfundene Angaben für dieses Beispiel. Der Kunde hat außerdem den Standort genannt; die Seriennummer fehlt.
Nun bekommt jeder Agent einen abgegrenzten Auftrag. Zur technischen Vorbereitung gehört, die vorhandenen Angaben mit den Anforderungen der passenden Serviceunterlagen abzugleichen. Für die weitere Bearbeitung müssen das zuständige Team und die Voraussetzungen der Übergabe geklärt werden. Der Kommunikationsagent soll daraus eine verständliche Antwort entwerfen.
| Agent | Gepflegter Kontext aus PULSE im Zielbild | Aktuelle Angaben und erwartetes Ergebnis |
|---|---|---|
| Technische Vorbereitung | Mit der Aufnahmeaktivität verknüpfte Serviceunterlagen und Anforderungen an die Geräteidentifikation | Prüft Modell, Kundenbeobachtung und vorhandene Identifikation. Gibt offene Angaben und verwendete Quellen zurück. |
| Übergabevorbereitung | Prozessschritt, Zuständigkeitsregeln und Anforderungen der Disposition | Ordnet den Standort einem Team zu und prüft, ob die Angaben für die Übergabe ausreichen. |
| Kundenkommunikation | Regeln für Rückfragen, Zusagen und die Kommunikation zum Bearbeitungsstand | Verbindet beide Ergebnisse zu einem Antwortentwurf und übernimmt offene Punkte ausdrücklich. |
Die technische Vorbereitung braucht dafür nicht sämtliche Kommunikationsvorlagen. Der Kommunikationsagent braucht umgekehrt nicht jede technische Unterlage im Volltext. Relevant sind die Ergebnisse, ihre fachlichen Grenzen und die Regeln für seine eigene Aufgabe. Gemeinsamer Kontext bedeutet hier: dieselbe gepflegte Grundlage mit einer Auswahl passend zur Aufgabe.
Welche Rolle PULSE übernimmt
PULSE verbindet Wissen mit Prozessen, Rollen und Systemen. Inhalte lassen sich gemeinsam bearbeiten, versionieren und veröffentlichen. Damit kann eine Übergaberegel dort gepflegt werden, wo ihre Verwendung im Unternehmen verständlich ist. Angebundene Agenten können beim Kontextabruf auf den veröffentlichten Stand zugreifen. Welche Inhalte und Beziehungen dafür technisch verfügbar sind, hängt vom eingerichteten Zugang ab. Die öffentliche Produktbeschreibung grenzt den Umfang externer MCP-Zugriffe entsprechend ein.
Quelle [3]Wie der veröffentlichte Wissensstand an seinen verknüpften Stellen genutzt wird. Wissen einmal pflegen. Für Menschen und KI-Agenten.
Für unser Anwendungskonzept würden die Verantwortlichen die Serviceunterlagen und Übergaberegeln mit den jeweiligen Aktivitäten verbinden. Die Agentenumgebung müsste anschließend diese Bezüge abrufen und die benötigten Quellen zusammenstellen können. Ob der Abruf direkt durch die einzelnen Agenten oder durch eine gemeinsame Komponente erfolgt, ist eine Architekturentscheidung.
Dabei kommen drei Arten von Informationen zusammen. PULSE hält den gepflegten Unternehmenskontext bereit. Die Agentenumgebung verwaltet Auftrag, Arbeitsfortschritt und Zwischenergebnisse. Die Serviceanwendung liefert die aktuellen Falldaten und gegebenenfalls den tatsächlich bestätigten Status einer Übergabe oder Buchung. Welche Information maßgeblich ist, muss in dieser Zuordnung erhalten bleiben.
MCP kann den Zugang zu bereitgestellten Informationen und Werkzeugen standardisieren. Das Protokoll legt jedoch nicht fest, wie die Anwendung den erhaltenen Kontext auswählt und nutzt. Auch die fachliche Entscheidung, welche Quelle für einen Prozessschritt gilt, gehört zur Gestaltung der Lösung.
Quelle [5]Bei der Übergabe muss erkennbar bleiben, was offen ist
Angenommen, die technische Vorbereitung stellt fest, dass die Seriennummer für die eindeutige Zuordnung der Unterlagen fehlt. Die Übergabevorbereitung findet anhand des Standorts ein zuständiges Team. Beide Ergebnisse können korrekt sein. Ein Kommunikationsagent könnte daraus trotzdem eine zu weitgehende Antwort formulieren: „Unser zuständiges Team wird den Fehler beheben.“
Die Teamzuordnung bestätigt weder die Ursache noch einen Einsatz. Deshalb sollte die Übergabe mehr enthalten als einen flüssig formulierten Ergebnistext. Die folgende Darstellung hält den Stand im Beispiel fest:
Erkenntnisse weitergeben. Offene Fragen sichtbar halten.
„Für die weitere Vorbereitung benötigen wir noch die Seriennummer Ihrer Anlage.“
Für die nächste Aufgabe gehören außerdem die verwendeten Quellen mit ihren Fassungen und die relevanten Fallangaben zur Übergabe. Im Beispiel lautet der nächste Schritt: die fehlende Geräteidentifikation beim Kunden anfragen.
Diese Struktur muss in der Agentenumgebung vereinbart werden. Ein zentral gepflegter Kontext hilft, die richtigen Anforderungen zu finden. Die Umsetzung muss zusätzlich dafür sorgen, dass offene Punkte beim Zusammenführen der Ergebnisse erhalten bleiben. Ebenso müssen technische Berechtigungen und erforderliche menschliche Prüfungen im ausführenden System eingerichtet werden.
Ein passender Antwortentwurf wäre: „Für die weitere Vorbereitung benötigen wir noch die Seriennummer Ihrer Anlage. Das zuständige Serviceteam haben wir anhand Ihres Standorts zugeordnet. Sobald die Geräteangaben vollständig sind, können wir die nächsten Schritte klären.“ Er gibt den erreichten Stand wieder, ohne aus einer Vorbereitung bereits einen ausgeführten Vorgang zu machen.
Eine Regeländerung zeigt den Wert der gemeinsamen Grundlage
Nun ändert der Anlagenservice seine Anforderungen. Für die Baureihe AX-20 soll künftig zusätzlich ein Foto des Typenschilds vorliegen, bevor ein Fall an die Disposition übergeben wird. Die Regel ist für unser Beispiel erfunden.
Diese eine Änderung betrifft alle drei Aufgaben. Die technische Vorbereitung muss das Foto als erforderliche Angabe erkennen. Die Übergabevorbereitung muss einen Fall ohne Foto als unvollständig behandeln. Die Kundenkommunikation muss das Foto gezielt anfordern.
Die Regel wird einmal geändert. Jede Aufgabe zieht mit.
Für laufende Vorgänge festlegen, wann der Kontext erneuert wird und ob die neue Regel bereits gilt.
Sind diese Anforderungen in drei getrennten Agentenanweisungen hinterlegt, müssen alle drei Stellen entsprechend aktualisiert werden. Im gemeinsamen Kontextmodell wird die fachliche Regel einmal gepflegt und an ihren Verwendungen referenziert. Die jeweiligen Agentenanweisungen beschreiben weiterhin das Vorgehen, beispielsweise: „Prüfe die Vollständigkeit anhand der geltenden Anforderungen zur zugewiesenen Aktivität.“
Die Veröffentlichung einer neuen Regel verändert allerdings keinen bereits geladenen Arbeitskontext. Deshalb muss die Anbindung festlegen, wann erneut abgerufen wird und wie zwischengespeicherte Inhalte erneuert werden. Auch für einen laufenden Fall braucht es eine Entscheidung: Gilt die Änderung für bereits begonnene Vorbereitungen oder erst für neue Vorgänge? Aktualität und fachliche Anwendbarkeit sind zwei unterschiedliche Fragen.
Für einen laufenden Auftrag kann die Umsetzung die verwendeten Quellenstände protokollieren und vor der Übergabe prüfen, ob eine relevante Änderung neu bewertet werden muss. So lässt sich ein Widerspruch erklären, wenn ein Agent noch die frühere Regel genutzt hat und ein anderer bereits die neue. Eine stille Vermischung beider Ergebnisse würde die gemeinsame Grundlage wieder verlieren.
Den Zusammenhang mit einem gezielten Fall prüfen
Ein geeigneter Pilotfall enthält Modell, Seriennummer und Standort, aber kein Typenschildfoto. Nach der früheren Beispielregel wäre die Geräteidentifikation vollständig. Nach der neuen Regel fehlt eine ausdrücklich erforderliche Angabe. Damit wird sichtbar, ob die Änderung bei allen beteiligten Agenten angekommen ist.
Für den Pilotversuch sollten drei erwartete Ergebnisse feststehen: Die technische Vorbereitung nennt das fehlende Foto. Die Übergabevorbereitung hält die Übergabe offen. Die Kundenkommunikation bittet um das Foto und behauptet keine bereits erfolgte Weitergabe. Zusätzlich sollte nachvollziehbar sein, auf welchen Quellenständen diese Ergebnisse beruhen.
Danach lohnt sich eine weitere Prüfung: Ein Agent erhält absichtlich einen älteren Quellenstand. Erkennt die Zusammenführung den Konflikt, oder entsteht daraus trotzdem eine scheinbar eindeutige Antwort? Dieser Versuch prüft die Zusammenarbeit und die Anbindung. Er ist hier ein Vorschlag für die Validierung, kein berichtetes Testergebnis.
Für PULSE liegt darin eine konkrete Rolle beim Einsatz von Multiagentensystemen: Fachbereiche gestalten und pflegen die gemeinsame Arbeitsgrundlage. Die Agentenumgebung nutzt sie passend zur jeweiligen Aufgabe und führt die Ergebnisse nachvollziehbar zusammen. Mit jedem weiteren Agenten wird damit die Frage wichtiger, ob seine Arbeit auf den gleichen geltenden Unternehmensregeln beruht.
Wer einen solchen Einsatz vorbereitet, kann bei einem Prozess mit mehreren Wissensbedarfen beginnen. Haltet fest, welche Quellen an welchem Schritt gebraucht werden und welche Ergebnisse weitergegeben werden müssen.
Der Leitfaden vertieft die Zuordnung einer einzelnen Agentenaktivität. Das Mehragentensystem erweitert diese Arbeit um die verlässliche Übergabe zwischen den Beteiligten. Prozess, Skill und Wissen verbinden
Quellen & Einordnung
- LangChain: Multi-agent
Offizielle Dokumentation zu Spezialisierung, Koordination und Kontextauswahl. Abgerufen am 22. September 2026.
- Anthropic: How we built our multi-agent research system
Erfahrungsbericht vom 13. Juni 2025 zu parallelen Teilaufgaben, Aufwand und Koordination. Die Ergebnisse des Anbieters sind keine Leistungsnachweise für PULSE.
- NEXTHORIZN: Wissen in PULSE
Produktbeschreibung zu Wissenspflege, Verknüpfungen, Versionierung und Veröffentlichung. Der externe Zugriff richtet sich nach dem bereitgestellten Schnittstellenumfang.
- NEXTHORIZN: Wissen einmal pflegen. Für Menschen und KI-Agenten.
Vertiefung zur gemeinsamen Wissensgrundlage und ihrer Nutzung durch angebundene Agenten.
- Model Context Protocol: Architecture overview
Offizielle Einordnung des Protokollumfangs: technischer Kontextaustausch und Verantwortung der nutzenden Anwendung. Abgerufen am 22. September 2026.


